Und leise rieselt der Feenstaub...

Und leise rieselt der Feenstaub...

„Und es war einmal eine gute Fee…“ – so fingen meine Lieblingsgeschichten an, als ich ein kleines Mädchen war. Manchmal hat man Glück und sie werden fortgeschrieben, wenn man schon groß ist und längst nicht mehr in dieses Glitzerkostümchen mit den hauchzarten Flügeln passt.

 

Denn da lag plötzlich dieser Feenfunkelstab vor mir. Wie er da hinkam, weiss niemand so genau. Aber er war da und blickte mich immer wieder an und so verfingen sich meine Fragen in ihm. Da kam meine kleine Assistentin zu mir und sah das silberne Feenwerkzeug und wusste wie immer die Antwort: „Mami, Du bist doch eine gute Fee. Denn Du verzauberst Deine Brautpaare!“

 

Sie hat wohl wieder mal recht, eigentlich wie immer, weil sie eine alte, weise Seele besitzt und so lächelte ich und nickt leise, denn da sah ich sie vor mir, all die vielen Brautpaare, die hier schon in meiner kleinen lila Hochzeitsstube saßen. Ich konnte ihre leuchtenden Augen sehen, als ich sie in ihren Gedanken durch ihre eigene Zeremonie geführt habe. Als sie diese ersten Schritte zu zweit Richtung Zukunft gegangen sind. Ich konnte die ersten Vorfreudentränen erkennen, die sich dort spiegelten und ich konnte das Glück fühlen, das gerade wie ein aufgeregtes Funkenmariechen zu tanzen begann.

 

Ja, es musste wohl dieser Feenstaub sein, der da ganz leise in ihre Augen rieselte und sie sofort verzauberte. „Ich werde Dich wohl behalten,“ flüsterte ich dem Funkelstab zu, „denn was wäre eine gute Fee ohne Dich?“