Freie Trauung Karlsruhe

Kein Schloß, dennoch Prinzessin, Teil 2.

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Nun war er also da, der Moment, in dem ich mich aus meinem lilafarbenen Spitzenkleidchen pellte und dafür das kleine Dunkelrote überstülpte. Als ich vor dem eleganten Hofgut ins Auto stieg und vor der coolen Metalbude wieder ausstieg. Als mich erst ein schwarzgekleideter Bodyguard mit seinem Scannerblick einem Vollkörperbodycheck unterzog und ich dann entschuldigend flötete: „Ich bin (nur) die Traurednerin,“ oder auf gutdeutsch eigentlich meinte: „Ich habe keine Waffen, kein Pfefferspray und auch sonst keine andere gefährlichen Dinge in meiner Traumappe, außer vielleicht meinen Worten…“ All das sagte ich natürlich nicht, denn ich wollte ja nicht im Focus weiterer düster gekleideter Herren stehen, die vielleicht an diesem Tag einen anderen Job hatten als Spaß zu machen. Und so nahm ich brav mein „Einlassticket“ entgegen und hängte es beim Betreten der etwas anderen Hochzeitslocation um den Hals, als mich im Nacken ein leichtes Kitzeln begleitet von ungeduldigem Schnauben traf. Schlagartig klappte die Erinnerung aus meinem Gedächtnis, ich drehte mich zaghaft um und blickte ganz langsam dosiert nach oben. „Du schon wieder!“  fauchte es zwischen diesen immer noch so tief dunkelroten Augen heraus. Da war er also wieder, das Wahrzeichen des Flaming Stars, der schwarze Bulle, und er hatte mich offensichtlich nicht vergessen. Schon im Internet konnte er meine Anwesenheit auf „seiner“ Website nur widerwillig dulden, schließlich passte die lila Traurednerin auf seinen BBQ-Grill wie die Creme Brulee auf Burger. Frech wie ich bin, grinste ich ihm zwischen seine Hörner, drehte mich wieder um und machte das, warum ich da war: Mein Metalpaar Janine und Sören glücklich verheiraten. Und er? Behielt mich die ganze Zeremonie fest im Blick, pflanzte seine glutroten Augen auf meine Stirn und verfolgte jedes Wort mit seiner männlichen Bullenkraft. Und während ich bei meiner Verabschiedung schon mit einem bösen Schnauben, wütenden Zischen oder tierischen Kraftausdrücken rechnete, sah ich plötzlich wie sich sein rechtes Nasenloch ganz leicht fibrierend anhob und im rechten Auge eine kleiner Tropfen keinen Halt mehr fand und langsam Richtung Boden plumpste. Jetzt zuckte die Traurednerin kurz zusammen, absolut nichts ahnend, was passieren sollte: „Du kannst mich Bully nennen…“  Ja, die Liebe ist ein Wunder und sie begegnet uns immer dort, wo wir nicht mit ihr rechnen…

Ein kleiner Tipp für all diejenigen, die ihn noch nicht kennen - lesen Sie auch Teil 1 zu diesem Blogartikel unter „Kein Schloss, dennoch Prinzessin." Es ist die Vorgeschichte. Viel Spass!

 

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