Ganz persönlich

Die Ja zu Dir-Braut 2036.

Eine Ja zu Dir-Braut 2036? Auch wenn Sie jetzt vermutlich denken, ich verteile schon Flyer in Kindergärten oder Grundschulen, nein, in diesem Fall hat „die Braut“ - auch als meine kleine Assistentin bekannt - selbst beschlossen, dass sie 2036 heiraten wird. Dabei spielen völlig unwesentliche Dinge wie die Wahl des Bräutigams momentan keine tragende Rolle, denn „den finde ich schon noch“, meint sie.

Eines weiß sie aber schon ganz genau: Mami wird ihre Traurednerin. Meine durchaus berechtigten Einwände, dass mein bis dahin eventuell benötigter Rollator auf ihrem schneeweißen „walking down the aisle“-Teppich deutlich sichtbare Spuren hinterlassen könnte, wischte sie buchstäblich mit einem „Mami, Du bist doch noch frisch!“ von der Auslegeware. Geschmeichelt wollte ich erst einmal nicht widersprechen, macht auch in der Regel sowieso keinen Sinn, weil darauf immer ein „aber“ folgt. Und wenn ich nun doch einen Frischekick brauche und sich dann die Schläuche meiner mobilen Sauerstoffbar in ihrem Kleid verfangen? Schließlich könnte mir ja zwischen Jawort und Eheversprechen kurz die Luft weg bleiben und ich brauche dann schnell einen Schuss mit hochprozentigem O2. Auch das winkte sie lässig vom Tisch. Ich hatte einfach keine Chance, mich hinter ihrem fiktiven Hochzeitsschleier zu verstecken. Vielleicht werden Mamis einfach nie wirklich alt und sie sind in den Augen ihrer Kinder vor allem eines: unersetzlich. In diesem Sinne: Hochzeitsaison 2036 – here I am! Old, but still fresh!